Energie-Experten warnen:
Die Gasrechnung, die diesen Winter kommt — und der Trick, mit dem ich meine Heizung fast ausgelassen habe

Du bist laut deinem Arzt 'eingestellt'... nein, Moment. Falscher Artikel. Bei mir war es ein Brief.
Der Brief meines Gasanbieters, Anfang September. Abschlagserhöhung. Schon wieder.
Ich habe ihn zweimal gelesen und dann erst mal den Taschenrechner geholt.
Und je mehr ich in den letzten Wochen recherchiert habe, desto klarer wurde mir: Dieser Winter wird für Millionen Haushalte richtig, richtig teuer.
Ich schreibe diesen Artikel, weil ich glaube, dass die meisten Menschen noch gar nicht verstanden haben, was da gerade zusammenkommt. Und weil ich einen Weg gefunden habe, der bei mir den Unterschied macht — für einmalig unter 70 Euro.
Aber der Reihe nach.
Was gerade auf dem Gasmarkt passiert (und warum es dich betrifft)
Ich bin keine Börsenexpertin. Aber manche Zahlen versteht jeder.
Der europäische Gas-Terminkontrakt — also der Preis, zu dem Versorger ihr Gas einkaufen — ist Mitte September auf zeitweise rund 84 Euro pro Megawattstunde gestiegen. Der höchste Stand seit Ende 2022. Tendenz: weiter steigend.
Der Grund? Ein Blick in die Nachrichten reicht: Krieg und Eskalation im Nahen Osten, wieder aufgeflammte Angriffe im Russland-Ukraine-Krieg, unsichere Lieferwege. Jede Meldung treibt den Preis.
Das Vergleichsportal Verivox rechnet deshalb zum Jahreswechsel mit Preiserhöhungen zwischen 10 und 20 Prozent für private Gaskunden.
Zum Mitschreiben: Wer bisher 2.000 Euro im Jahr für Gas gezahlt hat, zahlt dann bis zu 400 Euro mehr. Pro Jahr.

Die Sache mit den Gasspeichern, über die niemand gerne spricht
Jetzt kommt der Teil, bei dem ich beim Recherchieren wirklich geschluckt habe.
Deutschlands Gasspeicher waren Anfang September nur zu rund 54 Prozent gefüllt. 'Deutlich unter den Vergleichswerten vergangener Jahre', schreibt die Bundesnetzagentur. Europaweit: der niedrigste saisonale Füllstand seit etwa 15 Jahren.
Rohstoffexperten rechnen damit, dass wir mit nur rund 70 Prozent Füllstand in den Winter starten — statt wie früher mit über 90.
Und sollte der Winter überdurchschnittlich kalt werden, könnten die Vorräte gegen Ende der Heizperiode 'in Richtung zehn Prozent Füllstand' sinken. Das ist keine Panikmache von mir — das sind die Berechnungen von Fachleuten, über die die Tagesschau berichtet.
Halbleere Speicher bedeuten zweierlei: höhere Preise. Und im Extremfall die Diskussion, die keiner will: Wer bekommt zuerst Gas — Industrie oder Haushalte?
Heißer Sommer, kalter Winter?
Meine Großmutter hat immer gesagt: Auf einen heißen Sommer folgt ein kalter Winter.
Man muss an Bauernregeln nicht glauben. Aber dieses Jahr sagen auch Meteorologen für den Winter überdurchschnittlich kalte Phasen voraus — und nach dem Rekord-Hitzesommer, den wir gerade hinter uns haben, würde es ins Bild passen.
Ein kalter Winter heißt: mehr heizen. Mehr heizen bei leeren Speichern heißt: noch höhere Preise. Es ist ein Kreislauf — und wir Verbraucher sitzen am Ende der Kette.

Und dann ist da noch die CO2-Steuer
Als wäre das nicht genug, kommt eine Erhöhung dazu, über die kaum jemand spricht: die CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe.
2026 ist sie beim Gas erneut gestiegen — auf rund 1,4 Cent pro Kilowattstunde. Beim Heizöl auf rund 20,7 Cent pro Liter.
Klingt nach wenig? Bei einem normalen Einfamilienhaus-Verbrauch sind allein das über 200 Euro im Jahr — NUR die Steuer, noch vor jeder Marktpreis-Erhöhung.
Und ab 2028 fällt die Preisbindung für die Tonne CO2 komplett weg. Dann bestimmt der Markt. Rate mal, in welche Richtung.
Kurz gesagt: Heizen mit Gas und Öl wird nicht mal eben teurer. Es wird JEDES Jahr teurer. Politisch gewollt, vertraglich festgeschrieben.
Der Moment, in dem ich umgedacht habe
Ich saß also da mit meinem Brief, meinem Taschenrechner und diesen Zahlen.
Und mir wurde klar: Ich kann den Gaspreis nicht ändern. Ich kann die Speicher nicht füllen. Ich kann den Winter nicht absagen.
Aber ich kann etwas anderes ändern: WEN ich heize.
Denn mal ehrlich — wenn ich abends auf dem Sofa sitze oder tagsüber am Schreibtisch arbeite, heize ich 70 Quadratmeter Wohnung auf 22 Grad. Für einen einzigen Körper, der an einer Stelle sitzt.
Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart rund 6 Prozent Heizkosten. Drei Grad runter — von 22 auf 19 — sind fast 18 Prozent. Bei 2.000 Euro Jahresrechnung: rund 350 Euro.
Das Problem: Bei 19 Grad friere ich. Zumindest habe ich das gedacht.
Mein Trick: Ich heize mich — nicht die Wohnung

Eine Freundin — ihr Mann ist Jäger, die kennen sich mit Kälte aus — hat mir davon erzählt: eine beheizte Weste.
Ich war skeptisch. Ich dachte an klobige Baustellenkleidung, an Technik-Spielzeug für Männer.
Was ankam, war das Gegenteil: eine federleichte Steppweste, in der 9 hauchdünne Heizzonen aus Graphen eingearbeitet sind — über Rücken, Brust und Kragen. Drei Wärmestufen, per Knopf. Vorne und hinten getrennt regelbar.
Man schließt eine normale Powerbank an (die aus der Handtasche funktioniert), drückt den Knopf — und nach etwa 30 Sekunden breitet sich diese Wärme aus. Wie eine Heizdecke, die mitkommt. Wie Hände auf einem warmen Ofen, nur am ganzen Oberkörper.
Seit drei Wochen läuft meine Heizung auf 19 Grad. Und ich sitze in meiner Wohnung — warm wie nie.
Was das konkret bedeutet
Rechnen wir es durch, so wie ich es für mich gerechnet habe:
Der Strom für die Wärme? Eine Powerbank-Ladung kostet wenige Cent und hält 6 bis 8 Stunden.
Dagegen: Drei Grad weniger heizen spart bei einem Durchschnittshaushalt schnell 200 bis 350 Euro pro Winter — je nach Verbrauch und Preiserhöhung eher mehr.
Die Weste hat sich bei mir rechnerisch nach etwa drei Wochen bezahlt gemacht. Alles danach ist Ersparnis.
Und das Beste: Ich nutze sie längst nicht nur drinnen. Hunderunde, Fußballplatz der Enkel, der kalte Keller — die Wärme kommt einfach mit.
Warum ich sie guten Gewissens empfehle
Ich habe vor dem Kauf recherchiert, wie ich immer recherchiere.
Die Weste von NaturWide — einem deutschen Outdoor-Händler — hat über 1.700 Bewertungen mit 4,8 von 5 Sternen. Sie wurde vom unabhängigen Prüfstern Verbraucher-Test mit 'Sehr gut (1,3)' ausgezeichnet.
Es gibt sie in Größen S bis 4XL, für Männer und Frauen, in Schwarz und Marineblau. Sie ist waschbar.
Vergleichbare Westen von Premium-Marken sind deutlich kostspieliger.
Bei den Zahlen, die diesen Winter auf uns zukommen, war das für mich keine schwere Entscheidung.

Winter-Aktion — solange der Vorrat reicht
Mein Fazit vor diesem Winter
Die Gasrechnung wird kommen. Die Erhöhung wird kommen. Der kalte Winter, wenn die Prognosen stimmen, auch.
Das Einzige, was ich kontrollieren kann, ist mein eigener Verbrauch — ohne dabei zu frieren.
Falls du diesen Winter auch mit einem Brief deines Versorgers am Küchentisch sitzt: Es gibt einen Mittelweg zwischen 'Wohnung auf 22 Grad heizen' und 'im Mantel fernsehen'.
Ich trage ihn gerade.
— Julia
Quellen
- https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/gaspreise-winter-gasspeicher-lng-deutschland-100.html
- https://www.verivox.de/gas/gaspreisentwicklung/
- https://www.finanztip.de/gaspreisvergleich/gaspreis-gaskosten/
- https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Versorgungssicherheit/aktuelle_gasversorgung/start.html
- https://agsi.gie.eu/
- https://wechselfabrik.de/ratgeber/gaspreis-prognose-winter-2026
- https://www.schwaebisch-hall.de/ratgeber/pflichten-und-regelungen/co2-steuer.html
- https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/klimaschutz/co2-preis-1790506
- https://de.statista.com/statistik/daten/studie/168286/umfrage/entwicklung-der-gaspreise-fuer-haushaltskunden-seit-2006

Kommentare (23)
Der Brief kam bei uns letzte Woche. 34 Euro mehr im Monat. Danke für den Tipp, Weste ist bestellt.
Trage so eine Weste seit letztem Jahr in der Werkstatt. Kann jedes Wort bestätigen — Heizung bleibt aus.
Genau dafür ist sie gemacht, Harald. Freut mich!
Wie fällt die Größe aus? Bin zwischen M und L.
Größer bestellen! Ich habe L statt M genommen, passt perfekt über den Pulli.
Die CO2-Steuer-Rechnung kannte ich noch gar nicht. Wird ja immer besser...
Für meine Mutter (81) gekauft, die friert immer. Sie zieht sie gar nicht mehr aus.